Hund und Mensch

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Besuch von Mikesch

Was tun mit einem verletzten Kater?

Alle Pflegestellen sind besetzt,ihn allein in der Quarantäne der Auffangstation lassen?

Nun gut, irgendwann musste es ja soweit kommen, Branko und Sammy bekommen einen Gast.

Beide Hunde, ausgestattet mit gutem Jagdtrieb, haben Katzen zum Fressen gern! Also erst einmal ins Bad mit dem Kater. Das Bad galt bisher als Tabuzone für die Hunde.

Außerdem kann ich dort besser desinfizeren, denn der Kater hat Wunden.

Er heißt Mikesch und wiegt fast neun Kilo! Warum ist Überernährung kein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz? Auf Grund seiner Körperfülle kann er sich nicht mehr putzen. Mikesch ist das abschreckende Beispiel für ein Tier, dass als Baby allein für die Wohnungshaltung angeschafft wurde und weil die Familie dann doch nicht die entsprechende Zeit für ihn hatte, ständig allein war und gefressen hat. Und nach fünf Jahren wurde er dann raus zu verwilderten Hauskatzen gesetzt. Die haben ihn entsprechend zugerichtet. Einen fremden Mitfresser in ihrem Revier wollten sie nicht zulassen!

Mikesch steht nur aus seinem Körbchen auf, wenn er aufs Klo muss! Am zweiten Tag tut es mir leid, dass er auch bei mir allein ist. Ich lasse die Badezimmertür auf, damit er wenigstens etwas von seinem neuen Umfeld mitbekommt.

Sammy ignoriert ihn völlig. Branko geht zweimal zu ihm und beschnüffelt das Handtuch vor seinem Körbchen. Mikesch knurrt und Branko zieht ab. Es dauert nicht lange ... der junge, der sich bisher nicht gerührt hat verläßt das Badezimmer. Er inspiziert den Flur, das Arbeitszimmer, die Küche. Dort bleibt er. Hinter Sammys Napf. Mein Mädchen ist unruhig und wuselt, sich akustisch bemerkbar machend, um meine Beine herrum. Ich hole ihren Napf aus der Küche und die Welt ist für Sammy wieder in Ordnung.

Branko wird jetzt richtig neugierig! Er versucht Mikesch zu beschnuppern, aber Brummeln und Fauchen mahnen ihn zur Vorsicht ... nun, vorwitzig wie er ist, wagt er sich noch einmal heran ... da konmmt die Pfote angeflogen ... BranKo springt zurück! Glück gehabt! Beide Hunde ziehen es vor, mit Frauchen den Raum zu verlassen.

Einige Stunden später: Branko hatte den Mut das Futter und die Katzenmilch zu klaun.Sammy hält weiter Abstand zu unserem Gast.Sie verhält sich so, als hätte sie schon einmal mit einer katze gelebt. Im Gegensatz zu den Katzen, die wir bisher draußen trafen, versucht sie nicht Mikesch zu jagen. Das habe ich am allerwenigsten erwartet! Meine Sammy akzeptiert eine Katze!

Abends sitzen wir dann ein Stockwerk höher im Wohnzimmer: Branko läuft nervös hin und her und gibt Töne von sich, die ich bisher noch nicht gehört habe! Mikesch möchte auch mit! Der Dicke sitzt an der ersten Treppe. Dietmar holt ihn nach oben. Er legt sich neben das Sofa. Sammy springt vorsichtig auf ihren Sofaplatz über seinen Kopf - blos dem Kater nicht zu nahe kommen! Offensichtlich hat sie tatsächlich schon entsprechende Erfahrungen gemacht!

Branko will sich mit dem Gast nicht abfinden. Er gibt Töne von sich, die mich zum Lachen bringen, ab und zu schleicht er am knurrenden Mikesch vorbei. Er hat es wirklich nicht leicht! Kommt er dem Sofa zu Nahe knurrt unten der Kater und oben Sammy! Er wirkt etwas hilflos.

Bisher konnte er immer prima die Katzen im Katzenhaus erschrecken oder freilaufenden Katzen hinterher wetzen. Er scheint nicht zu wissen, wie er sich jetzt verhaten soll.Irgendwann entspannt er sich doch und schläft eine Runde.

Am nächsten Tag wurde Branko immer mutiger. Obwohl Mikesch im Körbchen direkt neben seinem Futter lag, holte der futterneidische Hund alles weg - sogar das Wasser trank er aus. Jeden Schritt von Mikesch begleitete er.

Sammy ignorerte den Kater weiter.

Leider kann ich nicht beobachten und beschreiben, wie die Entwicklung von Branko weiter gegangen wäre, da Mikesch uns verlassen hat. Keiner der beiden Hunde suchte nach Mikesch.

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