Hund und Mensch

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Arco zieht ein

Die dunkle Wolke in meinem Gefühlsleben war dicht und undurchdringlich.
Branko hatte uns verlassen. So früh und so überraschend. Vor einem halben Jahr noch in einer Tierklinik durchgecheckt und für gesund befunden, mußte er dann doch so früh von uns gehen - er hatte einen Tumor und Lebermetastasen. Er war nur eineinhalb Jahre bei uns - dass schmerzt besonders, da dieser tolle Hund die meiste Zeit seines Lebens im Zwinger saß oder von Besitzer zu Besitzer ging. Erst kurz vor seinem fünften Geburstag wurde er Mitglied unseres Rudels. Ich hätte ihn so gern noch viele Jahre bei uns gehabt.

Und dann kam der Hilferuf: ein sechzen Monate junger Schäferhund sollte wieder von seinem neuen Besitzer weggeholt werden.

Der Hintergrund: zwei Tage zuvor, war der Hund zu einem in der Nachbarschaft berüchtigten Quartalstrinker und Tierschläger verkauft worden. Durch Einsatz der Nachbarn konnte der frühere Besitzer verständigt werden, der den Hund sofort wieder zu sich nehmen wollte.

Aber er war selbst in einer Notsituation, sollte er doch einige Tage später ins Krankenhaus zu einer Herzoperation. Nur darum war der Hund verkauft worden. Händeringend wurde nun eine Pflegestelle gesucht und so natürlich auch beim Tierschutzverein Oer- Erkenschwick angefragt. Keine Frage, dass wir uns bereit erklärten, den Hund vorübergehend bei uns auf zu nehmen. Dietmar holte den Hund zusammen mit dem früheren Herrchen, was ganz gut lief, da der neue Besitzer noch hundertfünfzig Euro zu bezahlen hatte und im Überraschungsmoment den Rückgabevertrag sofort unterschrieb. Der Hund war nur eine Nacht da gewesen - er hatte eine Macke am Augenlied (angeblich beim Spielen vor den Schrank gelaufen), eine empfindliche linke Hinterhand und eine geschwollene Schwanzwurzel.

Beim alten Besitzer verkroch er sich für einige Stunden unter den Tisch, überwand sein Trauma aber noch am gleichen Abend und zeigte sich zutraulich und verschmust wie zuvor. Zwei Tage später besuchte ich ihn.
Natürlich mit Sammy. Herrchen aß gerade eine Pizza - schön, die konnte Sammy dann gleich bewachen und vor Arco schützen.Schließlich ist ihr Futterneid gut ausgeprägt. Arco zeigte sich defensiv, ging zurück, wenn Sammy bellte oder fletschte, akzeptierte, dass ein anderer in seinem Revier bestimmte. Ich war zufrieden. Alles klar. Am nächsten Tag holte ich Arco. Als er sich dann das erste Mal unschuldig auf Brankos Lieblingsplatz am Treppenaufang legte, mußte ich weinen. Wie oft hatte ich dort hin geschaut und Branko betrachtet! Nun sah mich ein fremdes Gesicht an. So süß seine Schnute auch war - er war eben nicht Branko.

Nach zwei Tagen hatte ich Arco gern. Noch einen Tag später spürte ich, wie ich auflebte, wie ich bei Erzählungen ins Schwärmen geriet.

Wahrscheinlich haben es alle anderen viel eher gewußt als ich:
Arco hat ein neues Zuhause gefunden. Unsere vier Mädels (Sammy und die Kätzchen Josey, Angel und Molly) haben zugestimmt, obwohl er eine kleine Nervensäge ist, da er erst den richtigen Umgang mit halbwüchsigen Katzen erlernen muß. Er ist nun unser Akki.

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