Hund und Mensch

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Sport und Spiel - körperliche und geistige Bewegung

Bewegung! Körperliche und geistige Bewegung – nicht nur für Menschen wichtig. Jeder Hund will gefordert werden – individuell. Als Sammy zu uns kam zeigte sie ganz klar, dass sie drei besondere Vorlieben hat:

Rennen, schmusen, Zerrspiele. In genau dieser Reihenfolge. (Kläffen erwähne ich hier lieber nicht) Besondere Talente: schnüffeln, fangen. Die Beschäftigung für sie kam Frauchens Hobbys entgegen. Wir gingen zusammen joggen, walken, Sammy lief neben dem Fahrrad her und ab und zu spielte sie im Garten den Torwart oder ich tat als wenn ich sie jagen wollte, was sie zu freudigen Ehrenrunden durch unseren und den beiden Nachbargärten veranlasste. Abends kam dann Dietmar dran: Tobestunde mit Herrchen. Zum Abschluss wurde ein Kauknochen versteckt, den Sammy erschnüffeln musste. Der Tag endete dann schmusend mit Frauchen auf dem Sofa. Unser Dreierteam war zufrieden und gut eingespielt. Die Tobestunde und die Ehrenrunden durch den Garten fielen mittlerweile aus, Sammy war älter und ruhiger geworden.

Ja, und dann kam dieser unerzogene Lümmel ins Haus. Ein Schäferhund im besten Alter. Rennen, walken, das ist alles klasse, aber......der Bursche wollte mehr! Er wollte sein Köpfchen gebrauchen! Wie beschäftige ich zwei im Charakter und Alter so unterschiedliche Hunde? Nachdem beide Hunde auf den Clicker konditioniert wurden, bot sich natürlich ein Köpfchentraining mit Clicker an. Selbstständig herausfinden was belohnt wird! Den Kopf anstrengen (könnte es dies oder das sein?), mutig werden (selbstständiges ausprobieren - traditionell ausgebildete Hunde machen häufiger aus Angst davor etwas falsch zu machen = Strafe, gar nichts), neue Kommandos erlernen. Zusätzlich festigt sich die Bindung des ganzen Rudels untereinander. Der Hund wird gefordert aber nicht überfordert. Macht etwas keine Fortschritte, wirkt der Hund uninteressiert, dann wird einfach etwas anderes probiert. Wichtig ist auch, das die Spielstunde rechtzeitig abgebrochen wird. Sie soll immer etwas Besonderes bleiben. Wir spielen ca. zwei – dreimal in der Woche und höchstens eine halbe Stunde. Während der Spielzeit wird nur gelobt. Am Anfang klappte das Zusammenspiel überhaupt nicht. Branko knurrte Sammy an, Sammy verzog sich unter den Tisch oder kläffte ....ich spielte dann mit jedem Hund allein, der andere musste bei Herrchen bleiben......

bevor Sammy durch den Ring geht, wird er erst
einmal kläffend begrüßt

Sammy beschäftigte sich unterdessen brav mit ihrem Futterball, Branko jammerte als würde er misshandelt und riss und sprang nur an der Tür hoch......

Ich machte einen neuen Versuch ......jetzt spielen wir immer zusammen! Branko muss ab und zu etwas gebremst werden, weil er meint Sammys Übungen mitmachen zu müssen, aber ein einfaches <Sitz Branko, jetzt ist Sammy dran> bringt ihn zur Ruhe und das Anknurren hat er auch aufgegeben. Es stellte sich heraus, dass Branko ein richtiges Pfotentalent ist: Boing – Branko legt mehrere Plastikflaschen die in Abständen hintereinander stehen mit der Pfote um.

Push – Branko springt mit der Pfote auf einen Ring, den gleichen Ring nimmt er auf >hol> in das Maul

Piff – Branko gibt die linke Pfote, Paff – Branko gibt die rechte Pfote, Piff/Paff – Branko gibt beide Pfötchen.

Sammy ist mehr an Nasenarbeit interessiert. Sie stößt alles mit der Nase an oder um. Wir haben seit einiger Zeit einen kleinen Kinderplastiktunnel. Auf <Roll> stoßt Sammy den Tunnel mit der Nase vorwärts. Branko gibt ihm einen Stoss mit der Pfote!
"Hallo" Brankos leichteste Übung
... und durch
 

Sobald ich den Clicker und die Spielzeugkiste in die Hand nehme, sind beide Hunde freudig aufgeregt. Sammy hat meistens nach zehn – bis fünfzehn Minuten genug vom aktiven Spiel. Sie legt sich dann hin und sieht uns zu. Ich halte ihr dann ab und zu den Targetstab hin, den sie dann mit der Nase berührt um ein Leckerchen zu erhalten. So fühlt sie sich nicht vergessen. Während der Spielstunde gibt es immer etwas Besonderes wie Putenfleisch oder auch mal etwas Käse. Letztendlich ist es eigentlich ziemlich egal wie ein Hund beschäftigt wird, wichtig ist die Freude an dieser Beschäftigung – und nebenbei wird etwas Neues gelernt. Der Hund kann seinen Spieltrieb ausleben. Das Leben des ganzen Rudels wird durch Sport und Spiel bereichert. Es müssen weder Leistungssport noch ständige Unterordnungsübungen sein.

heute steht Sport auf dem Stundenplan. Flottes Walken durch den Wald - mit Reh- und Hasensicherung